Gestaltung eines Schulvivariums

Auf dieser Seite wollen wir die Möglichkeiten der Gestaltung von Schulvivarien gegenüberstellen. Dabei gibt es im Ring der Vivariumschulen sowohl flurgebundene Schulvivarien, bei denen Aquarien und/oder Terrarien auf öffentlichen Flächen der Schulflure untergebracht sind, als auch fachraumgebundene Vivarien, in denen die Tiere entlang der Wände von Klassenräumen ausgestellt werden. Im Optimalfall gibt es eigene unabhängige Räumlichkeiten für einen Schulzoo, aber auch hier finden sich Vor- und Nachteile, die nachfolgend in einer Übersicht dargestellt sind:

Flurgebundenes Vivarium

Präsentation: Die Aquarien und/oder Terrarien sind jederzeit für die Schulöffentlichkeit sichtbar, laden zum Verweilen und Beobachten ein und sensibilisieren einhergehend für die Haltung von exotischen Tieren und Haustieren.

Reinigung: Die Reinigung erfolgt im normalen Schulbetrieb z.B. während der (Mittags-)Pausen. Händereinigung und Desinfektion der Lehrkräfte und SchülerInnen umständlich in separaten Waschräumen.

Einbindung in den Schulalltag: Die Vivarien sind stets zugänglich und können durch die SchülerInnen gepflegt und versorgt werden. Dies ermöglicht eine hohe Eigenverantwortlichkeit bei den SchülerInnen. Dies ermöglicht die Betreuung durch Klassenverbände, AGs oder im Projektunterricht.

Pflege: Erfolgt im regulären Schulbetrieb (Störeinflüsse, Hektik).

Tierhaltung: Es gibt kaum Tierarten (Wirbellose), auf die der reguläre Schulbetrieb auf dem Flur keinen stressenden Einfluss hat. Immer wieder hört man von Bartagamen oder Pythons in Flurterrarien. Die Lautstärke, das Klopfen an die Scheiben und der dadurch ausgelöste Stress bei den Tieren ist jedoch ein Faktor, der gegen diese Form des Vivariums spricht.

Versorgung: Stromanschlüsse müssen extra verlegt werden, das ist in Flurbereichen aufgrund der Sicherungselektrik meist komplizierter. Die Versorgung von Aquarien mit Wasser ist umständlich mit Eimern oder langen Schläuchen zu handhaben.

Fachraumgebundenes Vivarium

Präsentation: Die Vivarien sind teil-öffentlich und können insbesondere im Rahmen eines Tages der offenen Tür an der Schule präsentiert werden. Ansonsten ist der Fachraum i.d.R. nur eingeschränkt zugänglich und einsehbar.

Reinigung: Die Reinigung kann jederzeit, auch während des Unterrichts durch SchülerInnen durchgeführt werden. Ist der Fachraum durch bestimmte Lerngruppen belegt, kann dies für die das Vivarium betreuenden Lehrkräfte/Gruppen hinderlich sein. Desinfektion und Hygienerichtlinien durch separates Waschbecken möglich.

Einbindung in den Schulalltag: Die Vivarien sind eingeschränkt zugänglich und können nur zeitweise durch die SchülerInnen gepflegt und versorgt werden. Dadurch muss eine Aufsicht über die SchülerInnen gewährleistet werden. Unterricht mit Lebewesen im Klassenverband möglich.

Pflege: Erfolgt im regulären Unterricht (Ablenkung im Unterricht durch Tiere).

Tierhaltung: Dadurch, dass im Fachraum der Unterricht im Vordergrund steht sind Fläche und Gestaltungsmöglichkeiten für die Vivarien begrenzt. Insbesondere nacht-/dämmerungsaktive Tiere werden durch Lärm gestört.

Versorgung: Stromanschlüsse und die Wasserversorgung kann im Fachraum leichter angepasst werden. Zur Versorgung der Aquarium sollte gezielt ein Wasseranschluss gelegt werden.

Eigene Räumlichkeiten für das Vivarium

Präsentation: Die Vivarien sind nicht öffentlich, es sei denn es gibt Sichtscheiben in den Schulzoo. Der Schulzoo muss aktiv beworben werden, um sowohl im Schulalltag als auch in der Öffentlichkeit präsent zu sein.

Reinigung: Reinigung ist unabhängig vom Schulbetrieb jederzeit möglich. Die Betreuung der SchülerInnen durch Lehrkräfte muss sichergestellt sein. Im besten Falle ist der Raum groß genug, um (Teil-) Klassen aufzunehmen.

Einbindung in den Schulalltag: Die Vivarien sind eingeschränkt zugänglich und können nur zeitweise durch die SchülerInnen gepflegt und versorgt werden. Dadurch muss eine Aufsicht über die SchülerInnen gewährleistet werden. Der Projekt- oder AG-Unterricht kann ungestört mit Teilgruppen stattfinden.

Pflege: Erfolgt in der Regel im Rahmen von AGs oder Ganztagsangeboten.

Tierhaltung: Im Optimalfall gelten für diese Räumlichkeit spezielle Verhaltensregeln (Lautstärke, begrenzte Schülerzahl, Sicherheitsregeln), sodass auf die Ansprüche der gehaltenen Tiere besondere Rücksicht genommen werden kann (Aktivitätsphasen, Winterruhe etc.).

Versorgung: Im besten Fall kann eine eigens für den Schulzoo oder die Biologie-Station vorgesehene Räumlichkeit gestaltet werden. Hierfür ist ein Raum von mindestens 50-60qm vorzusehen.

(R. Oehlandt / F. Koch – Lessing-Stadtteilschule Harburg, Stand 14.03.2018.)